Zwischenzeitlich hatte ich bei verschiedenen Speditionen in den USA Angebote für den Transport von Arvada in Colorado nach Europa eingeholt. Schnell stellte sich heraus, dass meisten zu einem End-to-End Transport nicht in der Lage waren, sondern lediglich den Transport von Arvada in den USA bis zu einem europäischen Hafen anbieten konnten.
Über Robert Meyer (www.big-jags.de) und Stefan Kranz (www.steviesgarage.de) hatte ich den Tipp erhalten, das Auto über Holland zu importieren, weil die Niederländer den Zoll für Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind, abgeschafft haben und auch nur 6 % Umsatzeinfuhrsteuer verlangen, während in Deutschland 10 % Zoll auf den Kaufpreis + Transport und dann noch einmal 16 % Umsatzeinfuhrsteuer auf Kaufpreis, Transport und Zoll fällig werden.
Die Voraussetzung, um die deutschen Gebühren zu umgehen, ist, dass das Fahrzeug in Holland in die EU importiert wird und dort die Gebühren bezahlt werden. Dann ist das Fahrzeug in der EU und es werden keine zusätzlichen Gebühren in Deutschland fällig. Versäumt man dies, muß man hier wahrscheinlich kräftig nachzahlen.
Nachdem ich also einige Angebote nach Amsterdam und Rotterdam eingeholt habe, habe ich mich schließlich für Trans Global Auto Logistics (www.tgal.us) in Texas entscheiden, weil die einfach das günstigste Angebot für den Transport von Colorado nach Amsterdam auf einer RoRo-Fähre gemacht haben: 1.650 USD (inkl. Versicherung für den Transport). Die Beauftragung erfolgte dann per Fax und Vorabüberweisung, denn wohl keiner der Spediteure arbeitet auf Rechnung.

Mit Kruse wurde ein Termin beim Eigentümer Dan Verver in Colorado vereinbart, um das Auto dort abzuholen. Mittlerweile waren schon drei Wochen ins Land gegangen. Dann hieß es von der Transportfirma, das Auto wäre nicht fahrbereit und könnte nicht auf einem LKW transportiert werden. Chris Neuhouser von Kruse International meinte, das wäre Unsinn, der Wagen wäre "in good driving condition", das könnte überhaupt nicht sein und die Spedition wäre nur "confused" ("The car runs & drives, I think the shipping company is confused. The car runs & drives fine!"). Aha, es war von hier aus schwer zu beurteilen wer recht hatte....
Ich habe dann Chris Neuhouser gebeten, dafür zu sorgen, dass das Auto fährt und mit einem Autotransporter abgeholt werden kann. Drei Wochen habe ich nichts gehört. In der vierten Woche habe ich auf Nachfrage erfahren, dass das Auto abgeholt wurde. Die Nachfrage bei Trans Global ergab, dass das Auto nach Jacksonville (Florida) in den Hafen zur Verschiffung gebracht worden war.
Zwei Monate waren seit dem Kauf nun vergangen, es war also später November.
In Florida ist es um diese Jahreszeit ja zum Glück noch warm. Der Termin, der mir für die Verschiffung genannt wurde, konnte aber dann nicht eingehalten werden, weil angeblich die Ausfuhrdokumente nicht beim Wagen waren. Das hat sich aber dann später als Missverständnis herausgestellt und so wurde ein neuer Termin kurz vor Weihnachten ins Auge gefasst.
Dieser konnte dann aber ebenfalls nicht wahrgenommen werden, weil das Schiff in einen Dock zur Reparatur musste. Also wurde es wieder nichts mit dem Transport.
Jetzt waren mehr als drei Monate seit dem Kauf vergangen. Schließlich sollte es dann am 6. Januar 2004 verschifft werden. Nach einer knappen Woche, am 12. 01. 2004 kam es dann auch in Amsterdam an.
Ich hatte in der Zwischenzeit den lokalen Partner von Trans Global in Amsterdam Intermodal Transport (wieder per Fax und Vorkasse) gebeten, das Auto in Empfang zu nehmen und die Einfuhrformalitäten ("custom clearance") für mich zu übernehmen und eine Spedition zu suchen, die das Auto hierher nach Eschborn bringt. Intermodal hat den Import prima abgewickelt und am 22. Januar 2004, mehr als vier Monate nach dem Kauf, kam das Auto dann auch hier an.
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